Die Gärten in Florenz: ein Wegweiser zu den grünen Schätzen der Stadt

Giardino di Villa Bardini e Vista su Firenze
Geschrieben von AlessandroAlessandro gestisce il B&B Marbò Florence nel cuore di Firenze. Scrive queste guide per raccontare la città come farebbe un padrone di casa, con i consigli che darebbe a un amico in visita.

Wer im Frühjahr nach Florenz kommt, merkt schnell, dass die schönsten Seiten der Stadt nicht alle in Museen hängen. Die Gärten in Florenz sind Kunstwerke für sich: angelegt von Fürstenfamilien, über Jahrhunderte weitergepflegt und bis heute die zuverlässigste Art, dem Gedränge zwischen Dom und Ponte Vecchio für ein paar Stunden zu entkommen. Wir stellen Ihnen drei vor, die unterschiedlicher kaum sein könnten: den Giardino di Boboli, den Rosengarten und den Garten der Villa Bardini.

Giardino di Boboli

Der Giardino di Boboli liegt hinter dem Palazzo Pitti und ist das Vorbild schlechthin für den italienischen Renaissancegarten: streng geometrisch, mit Achsen, Terrassen, Hecken und Skulpturen statt bunter Blumenbeete. Wer einen englischen Landschaftsgarten erwartet, wird überrascht sein — hier ist alles Architektur. Angelegt wurde die Anlage ab 1550 für Eleonora di Toledo, die Frau von Cosimo I. de‘ Medici, und sie erstreckt sich heute über 45 Hektar.

Die Höhepunkte lassen sich in zwei Stunden abgehen. Die Grotta Grande täuscht mit künstlichen Tropfsteinen und Marmorfiguren eine natürliche Höhle vor. Das Isolotto ist eine ovale Insel in einem Wasserbecken, in ihrer Mitte Giambolognas Ozean-Brunnen, ringsum Meeresgottheiten und Ungeheuer. Der Viottolone, eine lange Zypressenallee mit barocken Statuen, führt geradewegs darauf zu. Und am Kaffeehaus, einem rosafarbenen Rokokopavillon auf halber Höhe, haben Sie einen der ruhigsten Ausblicke über die Dächer der Stadt.

Praktische Hinweise zu Boboli

  • Öffnungszeiten: täglich ab 8:15 Uhr bis zum Sonnenuntergang, die Schließzeit wechselt mit der Jahreszeit. Der Garten bleibt am ersten und letzten Montag des Monats geschlossen. Montagsschließungen sind in Italien bei Museen und Gärten eher die Regel als die Ausnahme — prüfen Sie den Wochentag, bevor Sie losgehen.
  • Eintritt: je nach Saison und Kombiticket etwa 6 bis 10 Euro, ermäßigt für Jugendliche und Gruppen.
  • Schatten: der obere Teil der Anlage ist weitgehend ungeschützt. Im Hochsommer gehen Sie besser früh am Morgen oder in den letzten zwei Stunden vor Schließung, und nehmen Sie Wasser mit.
  • Schuhe mit fester Sohle: die Kieswege steigen deutlich an.

Lageplan von Boboli als PDF herunterladen — offizielle Seite: Giardino di Boboli

Der Rosengarten (Giardino delle Rose)

Unterhalb des Piazzale Michelangelo, an einem Hang, den die meisten Besucher im Vorbeigehen übersehen, liegt der Rosengarten. Er wurde 1865 angelegt und beherbergt heute über 1.000 Rosensorten, darunter alte und seltene Züchtungen. Die beste Zeit ist Mai, wenn fast alles gleichzeitig blüht.

Was den Garten von einer reinen Rosensammlung unterscheidet, sind die Skulpturen von Jean-Michel Folon. Der belgische Künstler hinterließ eine Gruppe von Bronzefiguren, die zwischen den Beeten stehen wie stille Gäste: der Reisende mit dem Koffer, der Harlekin, eine Gestalt, die in die Ferne blickt. Sie machen den Spaziergang zu etwas anderem als einem botanischen Rundgang.

Nach oben hin öffnet sich der Blick auf die Kuppel des Doms und den Campanile — dieselbe Aussicht wie vom Piazzale Michelangelo, nur mit deutlich weniger Menschen und ohne Souvenirstände. Es gibt außerdem einen kleinen japanischen Garten, ein Geschenk der Partnerstadt Kyoto.

Öffnungszeiten und Eintritt: Der Zugang ist kostenlos, geöffnet ganzjährig ab 9:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang. Weitere Informationen auf Feel Florence.

Der Garten der Villa Bardini

Der Giardino Bardini liegt an der Costa San Giorgio, am selben Hang wie Boboli, und bietet einen der spektakulärsten Ausblicke auf Florenz: Der Dom steht dabei genau in der Achse. Berühmt ist der Garten für seinen Glyzinientunnel, der etwa ab Mitte April blüht und für zwei bis drei Wochen einen blauvioletten Gang über die Treppe legt. In diesen Tagen ist der Andrang groß; früh morgens haben Sie ihn fast für sich.

Der Rest des Jahres ist ebenfalls sehenswert: barocke Terrassen, eine monumentale Freitreppe, ein Orchideenhaus, Azaleensammlungen und ein kleiner Bambuswald. Im Sommer wird der Garten abends zum Freilichtkino — mehr dazu in unserem Artikel über die Open-Air-Kinos in Florenz.

Öffnungszeiten und Eintritt: in den Wintermonaten ab 8:15 bis 16:30 Uhr, im Sommer bis 18:30 Uhr. Der Eintritt liegt bei rund 10 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Die Villa hat gelegentlich abweichende Ruhetage — ein Blick auf die offizielle Seite der Villa Bardini lohnt sich vor der Anfahrt.

Die Karte der Gärten

Welchen Garten wählen, wenn die Zeit knapp ist

Alle drei liegen südlich des Arno und lassen sich zu Fuß verbinden, wenn Sie gut zu Fuß sind: von Boboli über die Costa San Giorgio zur Villa Bardini und weiter hinauf zum Rosengarten sind es rund 45 Minuten bergauf. Wer nur eine Wahl hat, entscheidet nach Interesse: Boboli für Kunst und Geschichte, Villa Bardini für die Aussicht und die Glyzinien im April, der Rosengarten für einen kostenlosen und ruhigen Nachmittag.

Wenn Sie nur einen Tag in der Stadt haben, lassen sich die Gärten gut in unseren Ein-Tages-Rundgang durch Florenz einbauen. Wer sich lieber begleiten lässt, findet bei den Stadtführungen in Florenz passende Angebote.

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