Sobald es in der Toskana warm wird, gehört ein Gelato zum Stadtbummel einfach dazu. Die drei Eisdielen in Florenz, die wir unseren Gästen am häufigsten nennen, liegen alle im Oltrarno, dem Viertel südlich des Arno, das seinen handwerklichen Charakter bewahrt hat: Gelateria La Carraia, Gelateria Santa Trinita und Gelateria della Passera. Sie liegen keine zehn Gehminuten auseinander und lassen sich an einem Nachmittag alle drei ausprobieren.
Gelateria La Carraia
Die Gelateria sitzt unmittelbar am Ponte alla Carraia, nach dem sie benannt ist, und ist für Florentiner wie für Besucher eine feste Größe. Gegründet wurde sie 1990; heute führt Eleonora den Betrieb zusammen mit ihrem Mann Massimo und ihrem Sohn Carloalberto. Der Anspruch ist seit jeher derselbe geblieben: die Aromen der alten florentinischen Tradition so genau wie möglich zu treffen.
- Auswahl: von Klassikern wie Zartbitterschokolade und Stracciatella bis zu Mango oder Cheesecake.
- Zutaten: frische Milch, Sahne und Obst der Saison.
- Lage direkt an der Brücke, mit Blick auf den Arno. Eine gute Pause auf dem Weg ins Oltrarno.
- Website: gelaterialacarraia.it
Gelateria Santa Trinita
An der Ecke zwischen der Via de‘ Tornabuoni und dem Ponte Santa Trinita gelegen, im historischen Palazzo Frescobaldi, arbeitet diese Gelateria seit März 2008. Sie ist die ehrgeizigste der drei: hier geht es weniger um Tradition als um Herkunft und Kombination der Rohstoffe.
- Ungewöhnliche Sorten: schwarzer Sesam aus Japan, Pistazie aus Bronte, Haselnuss Piemonte IGP.
- Tägliche Herstellung im Haus, nach klassischer Methode.
- Bis zu 40 Sorten Eis, Sorbet und Halbgefrorenes, im Sommer dazu sehr gute Fruchtgranite.
- Website: gelateriasantatrinita.it
Gelateria della Passera
Mitten im Viertel Santo Spirito, an der winzigen Piazza della Passera, hat Cinzia im Juli 2010 ihr einsehbares Labor eröffnet, nachdem sie die Gelato University in Bologna besucht hatte. Der Laden ist klein, die Schlange davor manchmal lang, und die Ruhe der Gasse gehört zum Erlebnis dazu.
- Kreative Sorten: unbedingt die Pistazie aus Bronte und die crema fiorentina probieren.
- Viel Wert auf Nachhaltigkeit, mit biologischen und regionalen Zutaten.
- Auszeichnungen: die Sorte Monnalisa gewann 2013 den Pressepreis des Gelato Festival, seit 2017 jedes Jahr die Tre Coni des Gambero Rosso, 2022 nannte die Financial Times den Laden unter den 25 besten Eisdielen der Welt.
- Website: gelateriadellapassera.it
Gelato in Italien: kurze Gebrauchsanweisung
Ein paar Dinge laufen hier anders als in einer Eisdiele in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Sie sind schnell erklärt und ersparen das kurze Zögern an der Theke.
- In vielen Eisdielen zahlen Sie zuerst an der Kasse und legen den Bon, den scontrino, an der Theke vor. Erst dann wird bestellt.
- Sie wählen zwischen Waffel (cono) und Becher (coppetta) und geben die Größe an. Schon die kleinste Größe enthält in der Regel zwei Sorten.
- Sahne, also panna, wird auf Wunsch meist ohne Aufpreis daraufgegeben. Fragen kostet nichts.
- Handwerkliches Eis erkennen Sie an abgedeckten Edelstahlbehältern statt an aufgetürmten, grell gefärbten Bergen. Echte Pistazie ist graugrün, nicht leuchtend grün.
- Geöffnet wird spät und lange: im Sommer sind die drei Adressen bis in die Nacht hinein in Betrieb. Das Eis nach dem Abendessen ist hier die Regel, nicht die Ausnahme.
- Trinkgeld ist nicht üblich.
Welche der drei passt zu Ihnen
La Carraia ist die Wahl für den klassischen Geschmack und den Blick auf den Fluss, Santa Trinita für alle, die Rohstoffe und Herkunft interessieren, della Passera für einen ruhigen Moment abseits der Menge. Wer das Oltrarno ohnehin für einen Abend einplant, findet in unserer Übersicht zu den Restaurants in Florenz die passende Trattoria in derselben Gegend; wer länger bleibt, kann das Viertel gut in einen Aufenthalt von drei Tagen einbauen.







