Ein Tag in Florenz reicht nicht für alles, für das Wesentliche aber sehr wohl. Die folgende Route führt Sie zu Fuß vom Bahnhof Santa Maria Novella durch die Altstadt, und zwar in genau der Reihenfolge, in der Sie die Sehenswürdigkeiten tatsächlich passieren. Rechnen Sie mit rund vier Kilometern auf grobem Pflaster: bequeme Schuhe sind hier wichtiger als schöne.
Was Sie vorher regeln sollten
Drei Dinge laufen in Italien anders, als Sie es aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz gewohnt sind. Wer sie vorab klärt, verliert vor Ort keine halbe Stunde.
- Die Uffizien nur mit Zeitfenster. Ohne Reservierung stehen Sie in der Hauptsaison bis zu zwei Stunden an. Buchen Sie online auf eine feste Uhrzeit, am besten einige Tage im Voraus.
- Montags bleiben viele Häuser zu. Uffizien, Galleria dell’Accademia und Palazzo Pitti sind montags geschlossen, der städtische Palazzo Vecchio dagegen ist geöffnet.
- Taxis halten nicht auf Zuruf. Am Straßenrand zu winken bringt in Italien nichts. Sie bestellen ein Taxi telefonisch oder per App oder nehmen es an einem der offiziellen Standplätze, etwa vor dem Bahnhof Santa Maria Novella.
Dazu kommt der italienische Tagesrhythmus: Restaurants servieren mittags etwa von 12.30 bis 14.30 Uhr und abends ab 19.30 Uhr. Dazwischen bekommen Sie in den Bars Schiacciata und Panini, aber keine warme Küche. Legen Sie das Mittagessen also nicht auf 15 Uhr.
Kathedrale Santa Maria del Fiore
Der Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und liegt rund einen Kilometer vom B&B entfernt. Die Fassade aus weißem, grünem und rosafarbenem Marmor, der Campanile von Giotto und vor allem die Kuppel von Brunelleschi, bis heute die größte gemauerte Kuppel der Welt, prägen die Silhouette von Florenz. Im Inneren erwarten Sie das Fresko des Jüngsten Gerichts von Vasari und Zuccari, Glasfenster nach Entwürfen von Donatello und Ghiberti sowie die Ausgrabungen der Vorgängerkirche Santa Reparata.
Praktisches zum Dom
- Der Eintritt in das Kirchenschiff ist frei, die Schlange davor trotzdem lang. Gehen Sie früh, am besten direkt zur Öffnung.
- Kuppel, Campanile, Baptisterium, Dommuseum und Santa Reparata sind nur über ein Kombiticket zugänglich, der Aufstieg zur Kuppel zusätzlich nur mit fester Uhrzeit.
- An Sonntagen und kirchlichen Feiertagen ist die Kathedrale für Besichtigungen geschlossen.
- Es gilt eine Kleiderordnung: Schultern und Knie bedeckt, sonst werden Sie am Eingang abgewiesen.
- Tickets und Zeiten beim Opera del Duomo. Entfernung vom B&B: 1,0 km.
Baptisterium San Giovanni
Gleich gegenüber steht das Baptisterium, eines der ältesten Gebäude der Stadt. Jahrhundertelang wurde hier jedes Florentiner Kind getauft, unter anderem Dante Alighieri. Sehenswert ist vor allem die Kuppel: Ein Mosaik auf Goldgrund zieht sich über die gesamte Innenfläche und zeigt das Jüngste Gericht und die Geschichte Johannes des Täufers.
Wichtig zu wissen: Die berühmten Bronzetüren an der Außenseite, darunter die Paradiespforte von Ghiberti, sind Kopien. Die restaurierten Originale stehen im Museo dell’Opera del Duomo, wenige Schritte hinter der Kathedrale. Es ist der Programmpunkt, den Tagesgäste am häufigsten auslassen, und genau deshalb der ruhigste.
Piazza della Signoria
Vom Dom sind es zehn Gehminuten bis zur Piazza della Signoria, dem politischen Zentrum von Florenz seit dem Mittelalter. Hier steht der Palazzo Vecchio mit seinem Zinnenturm, davor der Neptunbrunnen und eine Marmorkopie von Michelangelos David. Das Original steht in der Galleria dell’Accademia, was jedes Jahr Tausende Besucher überrascht.
Rechts vom Palast öffnet sich die Loggia dei Lanzi, eine überdachte Halle mit Originalskulpturen wie dem Perseus von Cellini und dem Raub der Sabinerinnen von Giambologna. Sie ist rund um die Uhr frei zugänglich, ohne Ticket und ohne Schlange. Entfernung vom B&B: 1,4 km.
Galleria degli Uffizi
Die Uffizien schließen direkt an die Piazza della Signoria an. Der Bau entstand im 16. Jahrhundert als Verwaltungssitz der Medici, daher der Name, und beherbergt heute eine der wichtigsten Gemäldesammlungen der Welt: Botticelli, Leonardo, Michelangelo, Raffael und Caravaggio, dazu Tizian, Dürer und Rembrandt. Aus den Fenstern des Westkorridors haben Sie einen der schönsten Blicke auf den Arno und den Ponte Vecchio.
Praktisches zu den Uffizien
- Montags geschlossen, letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.
- Die Reservierung mit Zeitfenster ist faktisch Pflicht, und die Uhrzeit auf dem Ticket wird am Eingang kontrolliert.
- Große Taschen, Rucksäcke und Regenschirme müssen an der Garderobe abgegeben werden. Planen Sie dafür eine Viertelstunde ein.
- Wer nur zwei Stunden hat, geht zuerst in den zweiten Stock zu Botticelli und arbeitet sich dann nach unten.
- Tickets bei den Gallerie degli Uffizi. Entfernung vom B&B: 1,5 km.
Ponte Vecchio
Zum Abschluss die älteste Brücke der Stadt, 1345 errichtet und die einzige, die 1944 nicht gesprengt wurde. Auf ihr reihen sich die Goldschmiedewerkstätten, die im 16. Jahrhundert die Metzger ersetzten. Der Grund war handfest: Darüber verläuft der Vasarikorridor, auf dem die Medici trockenen Fußes und ungesehen vom Palazzo Vecchio zum Palazzo Pitti gingen, und der Geruch der Fleischbänke störte.
Gehen Sie am Abend noch einmal hin. Wenn die Tagesgäste weg sind und sich die Lichter im Wasser spiegeln, sieht die Brücke aus wie auf den Stichen des 19. Jahrhunderts. Entfernung vom B&B: 1,5 km.
Ein Tag in Florenz: das Fazit
Diese Route ist an einem Tag zu Fuß zu schaffen, wenn Sie die Uffizien vorbuchen und auf den Kuppelaufstieg verzichten: Die 463 Stufen kosten mit Wartezeit leicht zwei Stunden. Wenn Sie länger bleiben, kommen in unserem Vorschlag für drei Tage in Florenz auch Accademia, Palazzo Pitti und Santa Croce dazu. Wer lieber hinausfährt, findet die passenden Ausflüge in die Umgebung von Florenz.







