Heiliges Jahr 2025: alle 25 Jahre ruft die katholische Kirche in Rom ein Giubileo aus, auf Italienisch auch Anno Santo genannt. Das letzte begann am 24. Dezember 2024 mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom und endete am 6. Januar 2026. In dieser Zeit kamen Millionen Pilger nach Rom. Vieles von dem, was die Stadt dafür gebaut und umgebaut hat, ist geblieben und kommt heute allen zugute, die Rom besuchen. Und weil Florenz nur gut eine Stunde entfernt liegt, ergibt die Verbindung beider Städte nach wie vor eine sinnvolle Reise.
Was ein Heiliges Jahr ist
Das Wort geht auf das hebräische yobel zurück, das Widderhorn, mit dem das Sabbatjahr ausgerufen wurde. In der christlichen Tradition steht das Heilige Jahr für Versöhnung, geistliche Erneuerung und Solidarität. Sein sichtbarstes Zeichen ist die Öffnung der Heiligen Pforten in den vier Papstbasiliken Roms: das Durchschreiten der Pforte steht sinnbildlich für den Übergang in ein erneuertes Leben. Außerhalb eines Heiligen Jahres sind diese Türen zugemauert.
2025 wurden sie an diesen Terminen geöffnet:
- Petersdom (San Pietro) – 24. Dezember 2024
- San Giovanni in Laterano – 29. Dezember 2024
- Santa Maria Maggiore – 1. Januar 2025
- St. Paul vor den Mauern (San Paolo fuori le Mura) – 5. Januar 2025
Eröffnet wurde das Heilige Jahr von Papst Franziskus; geschlossen wurde es am 6. Januar 2026 mit dem Vermauern der Pforte im Petersdom.
Was in Rom geblieben ist
Um die erwarteten Pilgerströme aufzunehmen, hat Rom im Vorfeld gebaut. Diese Arbeiten sind nicht wieder verschwunden:
- Piazza Pia wurde zur Fußgängerzone umgebaut und verbindet die Engelsburg nun ohne Straßenquerung mit dem Petersplatz. Der Weg vom Tiber zur Basilika ist damit erstmals seit Jahrzehnten durchgehend begehbar.
- Metrostationen wie Ottaviano und Spagna wurden saniert, dazu kamen neue Fußwege und eine bessere Beschilderung in den stark besuchten Zonen.
- Rund um den Vatikan entstanden zusätzliche Rastflächen und sanitäre Anlagen.
- Über die Website des Petersdoms lässt sich der Besuch der Basilika weiterhin im Voraus buchen. Das erspart einen erheblichen Teil der Warteschlange an der Sicherheitskontrolle.
Praktisches für den Besuch der Basiliken
Zwei Regeln gelten in italienischen Kirchen streng und werden am Eingang kontrolliert, im Petersdom besonders konsequent:
- Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Trägershirts, kurze Hosen und kurze Röcke führen zur Abweisung, unabhängig von der Außentemperatur. Ein leichtes Tuch im Rucksack löst das Problem.
- Große Rucksäcke und Messer jeder Art kommen nicht durch die Kontrolle, und am Petersplatz gibt es keine Gepäckaufbewahrung.
Der Eintritt in alle vier Basiliken ist frei. Kosten entstehen nur für Zusatzbesichtigungen wie die Kuppel oder die Vatikanischen Museen.
Von Rom nach Florenz
Florenz ist die naheliegende zweite Station. Die Stadt ist die Wiege der Renaissance, und ihre eigenen Kirchen stehen den römischen an Bedeutung wenig nach: Santa Croce mit den Gräbern von Michelangelo und Galilei, San Lorenzo als Kirche der Medici, die Santissima Annunziata als wichtigste Marienkirche der Stadt. Dazu kommen der Dom mit Brunelleschis Kuppel, die Uffizien und der Ponte Vecchio.
Die Verbindungen sind häufig und schnell:
- Zug: mit Trenitalia oder Italo von Roma Termini nach Firenze Santa Maria Novella in 1 Stunde und 19 Minuten, mehrmals pro Stunde. Frühbuchung senkt den Preis erheblich; kurzfristig gekaufte Tickets kosten oft ein Vielfaches.
- Fernbus: FlixBus und Itabus brauchen rund 3 Stunden und 15 Minuten, sind aber deutlich günstiger.
- Auto: über die Autobahn A1 etwa 2 Stunden und 40 Minuten. Beachten Sie, dass die Altstadt von Florenz eine Zona a Traffico Limitato ist, in die Sie ohne Genehmigung nicht einfahren dürfen.
Der Zug ist für Pilger die einfachste Lösung, weil er mitten in der Stadt endet. Wie Sie von Santa Maria Novella aus weiterkommen, steht auf unserer Seite Anfahrt.
Was Sie in Florenz erwartet
Wer nach den Menschenmengen in Rom ein paar ruhigere Tage sucht, ist hier richtig: Florenz lässt sich vollständig zu Fuß erschließen, die wichtigsten Ziele liegen in einem Umkreis von zwanzig Gehminuten. Für einen kurzen Aufenthalt hilft unser Vorschlag für einen Tag in Florenz; wer die Museen einplant, sollte vorher einen Blick in den Museumsführer werfen, denn Uffizien und Accademia sind montags geschlossen und ohne Voranmeldung nur mit langer Wartezeit zu betreten.







